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Basel III

Auswirkungen auf den Mittelstand

Nach der Finanzkrise 2008, die vor allem international und spekulativ tätige Banken in die Schieflage gebracht hat, wurde unter dem Begriff „Basel III“ ein Reformpaket zur Bankenregulierung auf den Weg gebracht. Federführend ist dabei der Basler Ausschuss der Banken für internationalen Zahlungsausgleich. Das Reformpaket soll ab 2013 schrittweise in Kraft treten und wird Auswirkungen für Unternehmen haben.

Vorschriften für Banken

Nach Basel III müssen Banken – auch solide wirtschaftende regionale Banken - ihre Eigenkapitalquoten erhöhen, wenn sie ihre Kreditvolumina halten oder ausweiten möchten. Zukünftig müssen Kredite mit höheren Eigenkapitalanteilen hinterlegt werden. Reichte bisher eine Quote von 8 Prozent aus, so soll sie auf 13 Prozent steigen. Außerdem müssen Banken ihre Liquiditätsreserven erhöhen und neue Verschuldungsgrenzen einhalten.

Banken können die höhere Eigenkapitalquote durch eine Kapitalerhöhung oder Reduktion ihrer Kreditvolumina erreichen. Da nicht alle Banken „frisches“ Eigenkapital gewinnen können, werden auch Kreditpakete verkauft, Neugeschäft reduziert und bisher blanko vergebene Kredite mit Sicherheiten hinterlegt. Experten erwarten außerdem, dass sich langfristige Kredite verteuern werden. Eine Kreditklemme ist jedoch nicht zu erwarten.

Alternative Finanzierungsformen

Da die Bonität und damit Risikoposition eines Unternehmens zukünftig noch mehr über die Höhe und Konditionen von Krediten entscheidet, müssen Mittelständler ihre Eigenkapitalquote werthaltig z. B. durch Gewinnthesaurierung erhöhen und noch offener und regelmäßiger mit ihrer Bank kommunizieren. Einblicke in aktuelle Geschäftszahlen, plausible Business Pläne und strategische Jahresgespräche mit Firmenkundenberatern helfen, das Rating des eigenen Unternehmens zu verbessern. Auch ein Blick auf alternative Finanzierungsformen ist hilfreich.

  • Beteiligungen: Wer seine Eigenkapitalquote aus eigener Kraft oder aufgrund von Wachstumsprojekten nicht schnell genug erhöhen kann, sollte über strategische Partner oder Investoren nachdenken, die sich am Unternehmen offen beteiligen. Der damit häufig befürchtete Verlust der unternehmerischen Eigenständigkeit muss nicht eintreten. Das Geschäft kann durch die bestehenden Netzwerke neuer Partner sogar positiv beeinflusst werden.
  • Förderkredite: Für mittelständische Unternehmen oder Existenzgründer, deren wirtschaftlicher Erfolg noch verbesserungsfähig oder noch unter Beweis zu stellen ist, sind öffentliche Förderkredite der KfW oder landeseigener Institute sinnvoll.
  • Factoring: Durch den Verkauf von Forderungen an einen spezialisierten Factoring-Dienstleister erhalten Sie nicht nur schneller Liquidität, sondern Sie erhöhen durch die Bilanzverkürzung auch Ihre Eigenkapitalquote.
  • Leasing: Durch das „Mieten“ von Gütern des Anlagevermögens erhöht sich nicht ihre Bilanzsumme. Ihre Eigenkapitalquote bleibt somit konstant.
    Börsennotierte „Mittelstandsanleihen“ sind nur für größere Unternehmen mit einem Platzierungsvolumen ab 10 Millionen Euro interessant.

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